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26.03.2017, 22:58 Uhr
Heimatgeschichte erleben bei Wanderung zu den Räuberhöhlen
Mittendrin im Nonroder Wald
'Mittendrin' ist das Motto unter dem der Bürgermeisterkandidat Harald Feick in den nächsten Wochen in den Ortsteilen Interessantes für alle Fischbachtaler zeigen will. "Die Gemeinschaft im Fischbachtal kann ich nur fördern, wenn die Menschen sich mit der Geschichte, der Kultur und der Landschaft identifizieren.", beschreibt er die Idee hinter den Veranstaltungen.

"Das war eine schöne Erlebnis-Wanderung.", sagt Arno Hartmann. "Für mich als Zugezogener sind das völlig neue Eindrücke.", ergänzt Michael Schwamborn. Der Spitze Stein und die Räuberhöhle oberhalb von Nonrod waren das Ziel der ersten Mittendrin-Tour in Fischbachtal. Etwa sechzig Wanderer darunter viele Kinder sind der Einladung von Bürgermeisterkandidat Harald Feick gefolgt. "Ich möchte diesen Teil der Fischbachtaler Geschichte wieder bekannt machen.", sagt Feick in seiner Begrüßung.

Bei der ersten Station am Röderhof schlägt Feick den historischen Bogen zu der Zeit um 1800. "Unser Haus stammt genau aus dieser Zeit." ergänzt Fritz Röder, der den Hof führt.

Die Französische Revolution, politische Verwerfungen in Deutschland, Kriege und bittere Armut haben die Menschen in die Räuberei getrieben. "Mit Räuberromantik hatte das nichts zu tun. Es wurde geraubt, was zum täglichen Leben gebraucht wurde." referiert Feick. Das Fischbachtal war zu der Zeit nur dünn besiedelt und es gab wenig Arbeit.

Anstrengend wird der Aufstieg zur Felsformation Spitzer Stein. Hier blickt Udo Erbeldinger auf die Geschichte des Räubers Jakob Erbeldinger zurück, der zu seinen direkten Vorfahren gehört. 1814 wurde der Räuber aus Billings mit einer ganzen Reihe weiterer Verurteilten in Darmstadt geköpft.

Besonders gespannt sind die mitwandernden Kinder auf den Besuch der Höhle. Gemeinsam mit Harald Feick sind sie durch den schmalen Eingang geschlüpft und haben das Innere erkundet. "Ganz schön eng hier.", ist der Eindruck der Kleinen.

Beim Abschluss im Grünen Baum macht der Fischbachtaler Historiker Dr. Dirk Strohmenger noch einige vertiefende Ergänzungen. Besonders die Bezeichnung 'Haiser Latze' für die Bewohner Niedernhausens ordnet er zwischen Geschichte und Erzählung ein. Nach einem Räuber Georg Latz sei der 'Latzekeller' benannt. Diese Räuberhöhle befand sich zwischen Billings und Niedernhausen und wurde vor 200 Jahren bereits zugeschüttet. "Einen Räuber Georg Latz hat es wohl nie gegeben. Es gibt kein Dokument, das seine Existenz belegt.", erläutert Strohmenger. Vielmehr ist zu vermuten, dass die Bezeichnung auf den Begriff 'latzen' zurückzuführen ist. Dahinter stand zu dieser Zeit 'genießen', 'schlafen' aber auch 'stehlen'.

Die nächsten Mittendrin-Touren finden am Samstag,1. April in Meßbach und am Sonntag, 2. April in Lichtenberg statt.