Neuigkeiten
25.09.2014, 17:08 Uhr
Was wird aus Fischbachtal - Diskussion um Dorfentwicklung
Besorgte Bürger bei CDU-Infoabend
"Wenn die Gemeindevertretung keine Bürgerversammlung will, machen wir eine.", sagt Gabi Pauker-Buss.

Die Vorsitzende der Fischbachtaler CDU hatte sich im Parlament für eine Bürgerinformation zum neuen Flächennutzungsplan (FNP) eingesetzt, konnte aber keine Mehrheit finden.

Das Interesse im Fischbachtal war dennoch so groß, dass rund fünfzig interessierte Bürger aus allen Ortsteilen der Einladung der Fischbachtaler CDU gefolgt sind.

Der FNP beschreibt alle Entwicklung der Gemeinde für die nächsten Jahre. Darin werden auch die Flächen für eine mögliche bauliche Ausweitung der Gemeinde ausgewiesen.

Als Experten für alle rechtlichen Fragen konnten die Christdemokraten das Landtagsmitglied Jürgen Banzer gewinnen. Banzer ist auch Mitglied der Regionalversammlung Südhessen, die für die regionale Entwicklung im Regierungsbezirk Darmstadt zuständig ist.

"Dafür hat die Mehrheit im Gemeindeparlament die Hand gehoben. Wir nicht.", erläutert Pauker-Buss den Planungsstand. Im Rahmen der Offenlegung konnten Bürger, Verbände oder Träger öffentlicher Belange Stellungnahmen abgeben.

Heftig wurde um das Gelände am Emiggraben in Niedernhausen diskutiert. Hier sieht der Plan eine bauliche Nutzung auf 30 Tsd. Quadratmetern vor. "Das reicht für mindestens 40 Bauplätze", befürchtet Pauker-Buss.

"Das ist doch viel zu groß", sagt eine Fischbachtalerin, als ihr das Ausmaß der Fläche am Emiggraben bewusst wird. "Wenn hier gebaut wird, geht wertvolles Ackerland unwiederbringlich verloren", so ein anderer Einwand. "Die sollen erstmal die Baulücken im Innenbereich schließen.", regt sich ein Dritter auf.

Sorgen bereitet den Anwohnern der benachbarten Schnurrgasse das zu erwartende Verkehrsaufkommen, dafür sei die Straße nicht ausgelegt. Auch die als Denkmal eingestufte Brücke an der Einfahrt zur Mühle, sei in ihrem Bestand gefährdet.

 Vielfach werden enorme Auswirkungen auf das Ortsbild im Norden von Niedernhausen gesehen. Durch die Bebauung am Amtsacker sei der Ortseingang schon genug belastet, wurde vorgebracht.

Vermisst wird ein Leitbild für die Gemeindeentwicklung. Ständig Baugebiete zu erschließen schaffe auf Dauer mehr Probleme, als kurzfristig gelöst werden.

Auch Natur- und Tierschutz sahen besorgte Bürger nicht berücksichtigt. Seit einiger Zeit werde hier wieder der rote Milan gesehen. Durch die vorgesehene Bebauung werde dieser bedrohten Tierart der Lebensraum genommen.

Nicht zuletzt die zu erwarteten Erschütterungen durch die Erweiterung des Steinbruchs in Groß-Bieberau sprächen gegen das Gelände. Wer hier baut, ginge ein unkalkulierbares Risiko ein, sagt ein Teilnehmer.